Dokus und Reportagen "Re ↦ Phänomen Lindy Hop - Swing statt Screen"
Titel
Re ↦ Phänomen Lindy Hop - Swing statt Screen
Kurzbeschreibung
Viele haben genug von Dating-Apps, dem Warten auf den nächsten Like und von endlosen Stunden vor dem Bildschirm. In Europa wächst deshalb eine Szene, die wieder direkte Begegnung und Körperlichkeit sucht: auf Tanzböden von Paris bis Pisa und im Swing-Camp von Herräng.
Erweitere Beschreibung
Während Dating-Apps und die tägliche digitale Datenflut für viele ermüdend und unverbindlich geworden sind, wächst in Europa eine Szene, die wieder direkte Begegnung und Körperlichkeit sucht: auf Tanzböden von Paris bis Pisa und im Swing-Camp von Herräng. Alice aus Paris ist eine dieser Suchenden. Die 32-jährige Toningenieurin pendelt zwischen Frankreich und Stockholm. Nach Jahren unsteter Beziehungen und digitalem Dating setzt sie nun auf Lindy Hop, den Swing-Tanz aus den 1920er Jahren, der ein Comeback erlebt. Sie mag, dass hier Verrücktheiten erlaubt sind und sich jeder individuell ausdrücken kann. Zugleich ist der Tanz für sie hochmodern: Es gibt keine festen Grenzen zwischen Männern und Frauen, alle dürfen führen oder folgen. Zum ersten Mal erkundet auch ein Architektenehepaar aus Lübeck die Community des Dance-Camps. Nicola und Jörg sind Eltern von vier Kindern und kommen aus dem klassischen Standardtanz. Im Swing erleben sie getanzte "gute Laune" statt starrer Regeln. Ob Swingtanz ein Ausweg aus der Vereinsamung der Bildschirmgesellschaft sein kann? Nicola bleibt skeptisch, weil nur wenige Menschen diese Festivals erleben. Micha aus München, promovierter Statistiker, sucht im Lindy Hop vor allem Ablenkung vom Job. Er liebt stundenlange Dance-Sessions bis zur Verausgabung und schätzt eine Kultur, in der Individualität und "Weirdness" nicht nur toleriert, sondern gefeiert werden. Das Tanz-Camp ist für ihn wie ein temporäres Zuhause: Man kehrt an einen vertrauten Ort zurück, erkennt Gesichter aus Vorjahren wieder, teilt Küche, Campingplatz und lange "Social Dance" Nächte.