DE
Deutsch
EN
English

Dokus und Reportagen "Die Brücke der Einheit in Vacha (2020)"

Titel
Die Brücke der Einheit in Vacha (2020)
 
Erweitere Beschreibung
Wenn Frank und Kerstin Langer aus Vacha gemeinsam über die Werrabrücke gehen, werden sie nachdenklich. 40 Jahre lang war diese mittelalterliche Steinbogenbrücke gesperrt. Bis 1989 weiß keiner der Beiden vom Anderen. Dabei wohnen sie nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Und das liegt an diesem schicksalhaften Ort. Dort, wo von 1949 bis 1990 die Grenze verläuft, die Deutschland teilt. Niemand darf die 225 Meter überqueren. Doch weder Minenfelder noch Selbstschussanlagen können die mehr als 40.000 Menschen aufhalten, die einen Fluchtversuch wagen. Mehr als 1.000 Menschen sterben dabei an der innerdeutschen Grenze. Für Lars Schneider und Jörg Pabst nimmt ihre Flucht unweit der Werrabrücke einen unerwarteten Verlauf. Am 19. Juni 1988 setzen sie alles auf eine Karte und durchbrechen mit einem Lkw den Grenzzaun. Ein waghalsiges Manöver, dass sie das überleben, ist großes Glück. Nach Aussagen eines ehemaligen Grenzoffiziers ist ihr Lkw im Dunkeln mit einem NVA Fahrzeug verwechselt worden. Im Westen findet Jörg Pabst eine Zukunft und arbeitet sich zum Bahnmanager hoch. Lars hingegen beschleicht ein unerwartetes Gefühl. Er bekommt Heimweh. Nach zwei Monaten kehrt der 19-Jährige an genau der Stelle in die DDR zurück, an der er zuvor geflüchtet war. Damit ist seine Odyssee aber noch lange nicht beendet. Erst nach wochenlangen Verhören bei der Stasi und einer Einweisung in ein Erziehungsheim darf er zurück in sein Heimatdorf. Zwischen Kerstin und Frank hätte es wahrscheinlich wesentlich eher gefunkt, hätte die Werrabrücke damals Ihren eigentlichen Zweck erfüllt. Zwei Jahre nach ihrer ersten Begegnung läuten die Hochzeitsglocken. Heute leben sie einen Steinwurf von der Werrabrücke entfernt. Im 14. Jahrhundert wird mit dem Bau begonnen, um Philipsthal in Hessen und Vacha im heutigen Thüringen miteinander zu verbinden. Glaubt man mysteriösen Sagen, wurde hier als Opfergabe ein Baby eingemauert. Ein Philipsthaler Heimatforscher hat bei Bauarbeiten selbst nach ihm gegraben.
Genres
Dokus und Reportagen
Jahr
2020
Länder
Deutschland
Beiträger
Regie Stephan Heise
Darstellung Claudia Graf Self - Sprecherin
Sendungen
MDR 2026-11-05 Do 22:40—23:25
Quelle